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Presseinformation Gatersleben, 19. März 2009 Patagonische Gräser trotzten der letzten EiszeitWildgersten überlebten Eiszeiten ohne Auswanderung in wärmere KlimateCharles Darwin, der Begründer der Evolutionstheorie, war tief beeindruckt von der kargen, weiten Landschaft der patagonischen Steppe. In seinem Bericht über die fast fünfjährige Weltumseglung mit der Beagle (1831-36) schrieb er, dass diese Landschaft wirkt „als habe sie schon Ewigkeiten so bestanden, wie sie heute ist.“ Möglicherweise lag Darwin mit dieser Einschätzung richtig, vermuten Sabine Jakob und Kollegen vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben. Sie untersuchten drei Grasarten aus der Verwandtschaft der Gerste, die typische Vertreter der Steppen im südlichsten Südamerika sind. Molekulare Daten zusammen mit Klimamodellen für das Pleistozän zeigen, dass diese Gräser auch während der letzten Eiszeit Südpatagonien und Feuerland besiedelten. Dies steht im Widerspruch zu der verbreiteten und für viele Arten belegten Annahme, dass Pflanzen dem sich abkühlenden Klima durch Wanderungsbewegungen in wärmere Gebiete ausgewichen sind. Im Gegensatz zu großen Teilen Europas, das während der Eiszeiten einen Teil seiner früheren Artenvielfalt durch Aussterben verlor, waren Pflanzen und Tiere in Amerika deutlich weniger von diesen Klimaänderungen betroffen, da keine West-Ost verlaufenden Gebirge die Abwanderung in wärmere Regionen behinderten. Überraschend sind daher Ergebnisse, die zeigen, dass gleich mehrere Grasarten innerhalb ihres heutigen Verbreitungsgebietes zumindest die letzte Kaltzeit (mit ihrem Höhepunkt vor 21.000 Jahren) ohne nennenswerte geographische oder genetische Einschränkung überdauerten (Jakob et al., Molecular Biology and Evolution 26(4): 907-923). Sollte dies auch für andere Arten der patagonischen Steppe zutreffen, dann könnte diese schon seit 4,5 Millionen Jahren an Ort und Stelle existieren. Zu diesem Zeitpunkt schnitt die Auffaltung der südlichen Anden die Regionen östlich davon von Niederschlägen ab und führte so zur Ausbildung der Steppenvegetation. Im Gegensatz zu Patagonien waren die Steppen der Nordhalbkugel während der eiszeitlichen Kaltzeiten entweder unter Eis begraben oder durch Tundra ersetzt worden.
Weitere Infos: Jakob, S.S., Martinez-Meyer, E., & Blattner, F.R. (2009): Phylogeographic analyses and paleodistribution modeling indicates Pleistocene in situ survival of Hordeum species (Poaceae) in southern
Kontakt Dr. Sabine Jakob Quelle: IPK Gatersleben, R. Schnee (Öffentlichkeitsarbeit) |
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| Hordeum comosum Pflanze vor dem Aconcagua (Quelle: F. Blattner/ IPK Gatersleben) | ||||||
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| Die patagonische Steppe (Quelle: F. Blattner/ IPK Gatersleben) | ||||||